Der Märchenerzähler - Antonia Michaelis I can't even find the words now, I feel so angry at, disgusted by, and emotionally manipulated by this book.---OK, I somehow managed to frame some of my thoughts into words, but I'm still so pissed off by this book that, for now, I will only copypaste what I wrote in another German forum last night:---Ein paar Gedanken (keine direkten Spoiler, aber vielleicht mag's ja nicht jeder lesen):Gefallen haben mir die Sprache (sowohl im Märchen, obwohl ich den Kleiner-Prinz-Stil sonst nicht so mag, als auch in der "Realität"), auch wenn mir die Dialoge oft zu gestelzt vorkamen -- so reden keine Jugendlichen und schon gar nicht 6-Jährige, aber nun gut. Die Verwebung von Märchen und Wirklichkeit fand ich gelungen und wenn ich keinen Spoiler gelesen hätte, hätte ich sicher bis zum Ende rätseln können (Abels "düsteres Geheimnis" jedoch habe ich schon im ersten Buchdrittel voraussehen können). Alles war wirklich sehr atmosphärisch und bildlich beschrieben, teilweise spannend, oftmals traurig und wehmütig, dann, ganz selten, Momente des Glücks. Beim Lesen übertrugen sich die Empfindungen auf mich, was ich als sehr gut gemacht empfand.Bis zur Mitte etwa war ich ganz angetan von dem Buch, aber dann kam eine absolut unnütze und furchtbare Szene, deren Einarbeitung ich der Autorin nicht verzeihen kann, genauso wenig wie den Umgang der Figuren mit ihr. Absolut kein Hinterfragen, keine Aufarbeitung, keine kritische Auseinandersetzung mit einem der furchtbarsten DInge, die einem geschehen können und seinen Konsequenzen. Das alles wird einfach "erklärt" durch eine Plattitüde à la "Liebe kann absolut alles verzeihen, weil sie irrational ist" (o.ä.) , wodurch das Geschehene heruntergespielt und trivialisiert wird. Ab dem Zeitpunkt wollte ich nur noch kotzen, Entschuldigung. Annas und Abels "Liebes-"Geschichte habe ich ihnen keine Sekunde abgekauft, Anna war eine furchtbare Protagonistin, die (zum Teil frauenverachtenden) "Lehren" und Botschaften, die hier Jugendlichen und besonders jungen Mädchen übermittelt werden, sind einfach unter aller Sau. Das Buch ist m.M.n. definitv ein Buch für Erwachsene. Ich sage nicht, dass Bücher nur schön sein sollen und müssen, die Realität ist schließlich oft unschön. Auch gegen vermeintlich unnütze Szenen (und die, die ich oben anspreche, trägt in KEINSTER Weise zum Fortgang der Geschichte bei), aber wenn es sich um derartige Thematiken handelt, erwarte ich eine vernünftige und kritische Be- und Verarbeitung des Themas. Das geht auch ohne erhobenen Zeigefinger.Am Ende wurde dann noch mal munter herumrationalisiert und der Leser mit der emotionalen Manipulationskanone beschossen, damit man auch schön ja (genau wie die dämliche Anna), nichts als Mitleid und Verständnis empfinden kann.Argh. Manchmal glaube ich bei den vielen tollen Rezensionen, dass zu viele Leute ihre Lektüre einfach unreflektiert akzeptieren und das bereitet mir Sorgen. Nicht böse gemeint, ich kann verstehen, dass die Sprache und die atmosphärische Darstellung Michaelis' toll sind, begeistert aufgenommen werden und über vieles hinweg sehen lassen können. Am Ende hatte sie mich dann ja auch wieder so weit und ich empfand Mitleid und Verständnis, bis ich mir zwanghaft wieder die Ereignisse in Erinnerung gerufen habe; da habe ich mich dann nur noch über mich selbst geärgert, dass die Taktik (fast) aufgegangen ist. Ich wünsche mir nur noch, dass ich nur ein paar Spoiler mehr im Voraus gelesen hätte, damit ich einen großen Bogen um das Buch hätte machen können, damit mich nicht irgenwdwann jeder für den verständnis- und humorlosen Spielverderber und Miesepeter hält.